Ein Oxymoron

Wir werden in dieses Leben geboren und können uns nicht aussuchen in welchem Land, in welchem politischen System, bei welchen Eltern, zu welchen Bedingungen. Es gibt Menschen, die halten viel aus, manchmal auch ein ganz großes Unglück.

Ein Mensch hat die Möglichkeit Krisen mit Ressourcen zu bewältigen und für die Entwicklung nutzbar zu machen. So kann man Resilienz definieren.

Seit Menschengedenken gibt es dieses Phänomen. Und wir lauschen diesen Geschichten und sie sind auch sehr beruhigend. Es ist schön, dass es weitergehen kann. Trotz allem. Grundlage in der Forschung waren gequälte Kinderseelen, Kriegstraumatisierte und Menschen, die in großer Armut und unter widrigen Bedingungen (Hawaii, Insel Kauai) groß wurden.

Der Resilienzforscher Boris Cyrulnik schreibt in seinem Buch Die Kraft, die im Unglück liegt: „Die Gruppe der Kinder, die deportiert worden waren, war einfach gezwungen, als Eltern und im Beruf erfolgreich zu sein, nur so konnten sie die schweren Verletzungen verarbeiten(…). Das ist der Preis der seelischen Stabilität, ein echtes Oxymoron.“

Cyrulnik spricht von einen Zwang und „der Erfolg ist nur die Kehrseite ihres Leids“. Der Begriff Oxymoron erklärt sich im folgenden Zusammenhang: „die innere Zerissenheit eines Menschen, der etwas Schreckliches erlebt hat und sich damit arrangiert, indem er sich spaltet. Der Teil der Person, der dem schrecklichen Erlebnis ausgesetzt war, leidet und stirbt langsam ab, während ein anderer, besser gewappneter Teil, der noch gesund, aber verborgen ist, mit dem Mut der Verzweiflung alles zusammenrafft, was ihm noch ein wenig Glück verschaffen und seinem Leben eine Sinn verleihen kann.“

(Zitate entnommen aus „Verzeihen, Vom Umgang mit Schuld“, Svenja Flaßpöhler, DVA)

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bittersüß, Hassliebe, Minuswachstum, traurigfroh

 

 

 

 

 

 

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Eine Antwort zu “Ein Oxymoron

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