Postkarte #16

Im Mai sah ich den Film „Beuys – Der Film“ von Andreas Veiel . Darin eine Sequenz in Zeitlupe, die mich tief berührte. Es wird ein Lachen von Beuys  in Nahaufnahme gezeigt. Seit dem ist der Künstler näher in meine Welt gerückt. Vorher war er ein Begriff, aber ich habe mich ehrlich gesagt nie wirklich richtig mit ihm beschäftigt. Ich wusste, er war auch ein Grenzgänger, jemand der provozierte und polarisierte.

In München sah ich diese Postkarte und nahm sie mit. Die Aufnahme stammt von 1970 (mein Geburtsjahr) und ist von Robert Lebeck

Postkarte16 (2)

 

Nun, fragte ich mich, was geht da in diesem Kopf vor? Da blickt er nachdenklich nach links, sitzt entspannt auf diesem Sofa und hält eine Axt im Arm, die zeigt in die andere Richtung.

Danach sah ich einige Werke von ihm, zuletzt auf der documenta, sah den Film „Zeig mir deine Wunde“ und las die Biografie von Riegel. Das heißt, ich fing damit an. Da ist ja diese Diskrepanz im Leben von Beuys. Es scheint dort unterschiedliche Wirklichkeiten zu geben.

 

Die Biografie von Riegel werde ich wahrscheinlich nicht weiter lesen. Ich habe ein anderes Bild von Beuys. Die Postkarte konnte ich spontan nicht übermalen und folgte einem anderen Impuls:

 

Postkarte16 (3)

 

 

 

 

Postkarte16

„get out of control“

Fineliner und Acryl auf Passepartout 14 x 20

 

 

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8 Antworten zu “Postkarte #16

  1. Großartige Postkarten-Serie! Zu Beuys allerdings bekenne ich mein völliges Unverständnis darüber, wie ein intelligenter Mensch, der er ja war, seine Nazi-Vergangenheit dermaßen mystifizieren konnte. In den Siebzigern kam er damit noch durch. (Sehr informiertes Buch hierzu: Flieger, Filz und Vaterland : eine erweiterte Beuys-Biografie / Frank Gieseke; Albert Markert) Beste Grüße!

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    • Vielen lieben Dank!
      Ja, dass finde ich auch sehr befremdend und ist schwer verständlich. Letztendlich lässt sich dieses komplexe Beuysuniversum überhaupt schwerlich fassen. Diese Postkarte mit Axt finde ich auch faszinierend. Ist halt ein Spaltwerkzeug und/oder ein Zeichen der Streitlust! Das Buch habe ich noch nicht gelesen. Auch darüber liest man viel. Schwierig, sehr schwierig. Ein Mensch mit vielen Seiten. Liebe Grüße an dich!

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  2. Beuys ist ein Leuchturm, für mich. Das letzte, was ich von ihm gesehen habe, war eine Sammlung von Zeichnungen und Linolschnitten aus der Teit Nachbeben Krieg und Anfang der Fünfziger zum Thema „Natur und Kosmos“.
    Das hat mich im letzten Winter sehr inspiriert.
    Liebe Grüße Juergen

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  3. Tja, Heike, der Beuys! Den empfinde ich auch als nicht einfach aber ich bin ein absoluter Fan von ihm. Ich mag die 7.000 Eichen und seine Zeichnungen. Mehrmals habe ich Referate über ihn an der Uni zu den unterschiedlichsten Aspekten gehört.
    Ist nicht unser übermalungs-Projekt eine soziale Plastik?
    LG Susanne
    p.s. ich hoffe, die Zeichnung ist angekommen 🙂

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    • Liebe Susanne, der beschäftigt mich sehr. Auch, weil mein Opa, ein paar Jahre jünger, ähnliches Schicksal hatte. Mein Opa hat das anders verarbeitet und baute Häuser aus Stein. Beuys setzte das Leben daneben. Letztendlich müssen wir auch nicht alles verstehen. Es bleibt doch nur die Frage: berührt uns das und was daran? Mich berührt er sehr.
      Ja, ich denke, man kann es als soziale Plastik verstehen. Deine Zeichnung ist angekommen. Ich betrachte sie noch und so langsam kommen Ideen. Derzeit bin ich aber auch in einer Urlaubsstimmung. Ein bisschen werde ich noch brauchen. Haben wir uns eigentlich jetzt darauf geeinigt, dass ich eine Hälfte und Jürgen die andere übermale. Oder gibt es keine Regeln, nur die der Übermalung? Vielen Dank Susanne, auch für die schöne Postkarte 🙂 Die hab ich auch schon im Blick! Alles Liebe und viele Grüße, Heike

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      • Liebe Heike, auch mich berührt Beuys Kunst. Ich lege es auch in deine Hand, ob du die Zeichnung weiter zu Jürgen sendest, es gibt keine Regelung – nicht bei der Übermalung und nicht bei der Versendung. Ich habe unsere Zeichnung (Doppelselbstportrait) an Jürgen weiter geleitet und ihm auch ein Tuscheportrait von mir gesendet. Mal schauen, was er daraus macht.
        Ich bin gespannt, was du aus den Arbeiten machst, auch aus der Postkarte 😉
        Ich wünsche dir einen schöne freie Urlaubszeit, liebe Grüße von Susanne

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