Wolfswinter #27/27

 

 

27WolfswinterStahlbad (2)

„Stahlbad“

(Kapitel: Zuckerbrot und Peitsche S.199 bis 203 aus Die Heimat der Wölfe von Raymond Unger)

 

 

„Mit (psychischen) Belastungen ist es wie mit Infektionen. Es hilft dir wenig, wenn du allen Bakterien aus dem Weg gehst. Damit Immunität entsteht, musst du lernen, mit ihnen umzugehen.“ (Michael Rutter, Psychologe)

 

 

Das mich der Krieg so persönlich bis ins Mark (be)trifft, hätte ich nie gedacht. Ich war immer gegen Krieg, gegen Rechts, gegen Neonazis. Ich sah mir Auschwitz/Birkenau an, war in Warschau, bereiste Polen, war in Verdun, auf jüdischen Friedhöfen, lernte in der Schule, las in Geschichtsbüchern, gehe wählen und lese Zeitung, sehe mir die Nachrichten an. Reicht das, wenn es hart auf hart kommt? Geht das überhaupt: nach hinten ausblenden und nach vorne konkret leben? Darf man hier hoffen? Und warum gibt es aktuell wieder diese Tendenzen in der Gesellschaft?

Was habe ich vorher gewusst? Was weiß ich jetzt?! Und in diesem Zusammenhang möchte ich ein Deutsches Zitat einfügen, was ich fand

„Wissen ohne Gewissen ist Tand.“

Warum nicht ein „transgenerationales Trauma“ als ein Geschenk sehen? Eine Verbindung zu einer tieferen Botschaft, die noch nicht verstanden wurde.

Freiheit ist nicht etwas, das man besitzt, Freiheit ist etwas, was man tut, tun muss.

 

 

Ich weiß nun, warum mein Opa so eisern schwieg. Auf Grund seines Zustands zur Einweisung und den familiären Umständen, gab man ihm die schlimmsten Attribute, die man sich vorstellen kann.

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4 Antworten zu “Wolfswinter #27/27

  1. Liebe Heike, es klingt, als ginge es auf das vorläufige Ende deiner Forschungsreise zu. Ich finde deinen Weg sehr ehrlich & konsequent und frage mich die ganze Zeit, ob ich nicht ebenso betroffen, getroffen bin, nur ohne es zu wissen, zu spüren?

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    • Na ja, was ist schon das Ende? Da ist noch die Geschichte meiner Oma, da sind noch die Großeltern väterlicherseits. Alles noch größtenteils unentdeckt. Ich muss jetzt aber einmal durchatmen. Liebe Ina, das glaube ich. Ich kann dir versichern: nachher ist es besser. Alles klärt sich. Ich glaube, wenn da was ist, dann spürt man das auch und wenn du jetzt dabei noch ein ungutes Gefühl hast, dann findest du vielleicht den Mut dahin zu schauen. Liebe Grüße, Heike

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      • Vielleicht ist es dieses Durchatmen, das ich zwischen deinen Zeilen gefunden habe. Das ist der Punkt: ich spüre nicht, dass da etwas wäre. Aber haben wir nicht doch alle die Verantwortung, hinzuschauen. Daran erinnerst du mich mit deiner Geschichte.

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  2. Nachtrag: Ich erzähle jetzt nur von mir. Letztendlich habe ich es als meine Pflicht gesehen, diesen Weg zu beschreiten, nach hinten genau hinzusehen. Ich bin konkret geworden. Vorher war ich das auch schon irgendwie und auch für die richtige Sache, so meine ich. Letztendlich trägt mich aber der Wohlstand, mir geht es doch gut. Was passiert aber mit dem Menschen, wenn es hart auf hart kommt, wenn es um das Leberwurstbrötchen geht? Da zeigt sich doch der wahre Kern. Dieser Satz: So was würde ich doch niemals denken oder tun, ist halt eine Abwehr, ein gutes Zureden, wenn man nicht genau weiß, wo man steht, wie die persönliche Geschichte war. Dann ist man ein Mitläufer und vielleicht klappt das ja auch. Ich will aber nicht hoffen, ich will es aktiv entscheiden können. Was passiert ist, als viele so mitgelaufen sind, erzählt uns ja die Geschichte.

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