Territorien des Selbst #2

 

Sie sehen, es ändert sich der Stil. Es wird ernst, etwas unterkühlt.

 

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28×35 auf Finnpappe

 

Dies ist das Musterhaus der Familie Max Mustermann. Die haben es ganz gut getroffen. Mit Geld oder einer glücklichen Fügung lebt es sich in Bezug auf Platzangebot etwas besser und sie vermitteln eine überlegene Organsisationsfähigkeit.

Wie aber läuft es auf dem freien Wohnungsmarkt?

Wer hat hier die Macht und wer spielt hier mit? Wer ist hier im Vorteil und wer im Mangel? Was mittlerweile nicht mehr so gut kommt: Familien, besonders Kinder. Alleinerziehende. Alte Menschen. Geringverdiener und Studenten. Menschen mit ausländisch klingendem Namen. Menschen mit Haustier. Juristen.

Da die Benachteiligten mit dem aufreibenden Überlebenskampf beschäftigt sind, entsteht auch hier eine „absurde Durchsetzungsfähigkeit“ einer Minderheit. Der Ruf nach einer politischen Lösung, eine Oberkontrollinstanz, wird natürlich immer größer. Die sollen jetzt mal etwas machen und Verantwortung übernehmen! Funktioniert so etwas überhaupt? Sind es nicht die Mächtigen, die das zu verhindern wissen?

Wir greifen in unsere Ökosysteme immer weiter ein und verändern sie in unbelebte, starre Betonwüsten. Diversitätstendenz stark abfallend. Der Nachbarliegenbesitzer ist daran nicht ganz unbeteiligt.

 

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7 Antworten zu “Territorien des Selbst #2

  1. „Was mittlerweile nicht mehr so gut kommt“: kam noch nie so gut. „Nicht für Ausländer“ – damit machte ich schon Erfahrung seit den Sechzigern. Und Alleinerziehende? und Unverheiratete? O die Schlampe! da sei uns der Kuppeleiparagraph davor. Alles erlebt. Dagegen ist heute Paradies.

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      • Vergleichsweise. ZB gibt es den Kuppeleiparagraphen nicht mehr, der es mir 1967 schwer machte, mit meinem späteren Mann eine Wohnung zu mieten. Schließlich fanden wir eine mit dem Versprechen, bald zu heiraten (was wir eigentlich nicht vorhatten). Die Vermieterin erbleichte, als sie mich ein paar Monate später schwanger sah. „Sie haben hoffentlich geheiratet?“ ihre angstvolle Frage. Denn auf Kuppelei stand Gefängnisstrafe.
        Ich glaube auch (vielleicht irre ich mich), dass Zeitungsanzeigen „nicht für Ausländer“ heute von Redaktionen zurückgewiesen würden. Und ich vermute, dass heute eine deutsche Frau, die mit einem Türken verheiratet ist, nicht mehr offen auf dem evangelischen Kirchentag beleidigt würde mit Sprüchen wie:“hast wohl keinen Deutschen abbekommen?“, weil sie einen Stand mit Informationsmaterial betreibt, in dem sie das Recht auf Gleichbehandlung der Frauen mit den Männern forderte (deutsche Frauen sollten nach Meinung des Innenministeriums ihrem Mann folgen, wenn dieser zB wegen Beendigung seines Studiums abgeschoben wurde. Von deutschen Männern wurde dergleichen nicht erwartet).
        Sicher, all das hat nicht unbedingt mit der Wohnungsmangelsituation zu tun, die sich womöglich weiter zugespitzt hat. Es hat aber zu tun mit der Frage, ob sich alles nur verschlechtert hat, oder ob es nicht doch ein paar wesentliche Verbesserungen gibt. ich lebe ja nun seit 40 Jahren nicht mehr in Deutschland und kann es nicht wirklich beurteilen. Von außen gesehen wirkt Deutschland eher wie ein Wohlstandsland mit akzeptablen gesellschaftlichen Verhältnissen. Ein Paradies ist es natürlich nicht, auch wenn das im weltweit ausgestrahlten Deutschlandfunk so dargestellt wird und daher ein Magnet für allerlei Paradies-Sucher ist. Liebe Grüße dir!

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      • Liebe Gerda, vielen Dank. Ist es so, das wir hier akzeptable Verhältnisse haben? Ich glaube, es kommt darauf an, wenn du fragst. Vor ein paar Tagen sah ich einen umgebauten Kleintransporter. Sah wie ein Schlafwagen aus. Auf der Seite ein sehr großes Schild: Suche Wohnung! Wenn ich durch die Innenstadt gehe, sehe ich auch immer mehr Menschen, die betteln. In jeder Parkanlage eine Ecke, wo sie sich treffen. Flaschensammler, an den Supermärkten Lebensmittelsucher. Ich glaube, dass es viele Dinge gibt, die wir nicht wahrhaben wollen, sehen. Einige Phänomene gab es auch schon früher, andere sind dazu gekommen. Gefühlt nehmen sie auch zu. Vielleicht ist es mir damals auch nicht so bewusst gewesen? Herzliche Grüße, Heike

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